Infiltrationen an Wirbelsäule und Gelenken

Was ist eine Infiltration?

Unter einer Infiltration versteht man die gezielte Injektion von Medikamenten (z.B. Lokalanästhetika, ggf. kombiniert mit einem entzündungshemmenden Präparat) in die Nähe schmerzverursachender Strukturen, zum Beispiel:

  • kleine Wirbelgelenke (Facettengelenke)

  • Nervenwurzeln im Bereich der Wirbelsäule

  • Schleimbeutel oder Sehnenansätze

  • periphere Gelenke (z.B. Schulter, Hüfte, Knie)

Durch die präzise Platzierung der Injektion soll die lokale Schmerz- und Entzündungsreaktion reduziert werden. Das kann helfen, einen Teufelskreis aus Schmerz, Schonhaltung und Muskelverspannung zu durchbrechen.

 

Typische Einsatzgebiete

Infiltrationen können unter anderem in folgenden Situationen in Betracht kommen:

  • Wirbelsäulenerkrankungen mit Reizung von Nerven oder Facettengelenken

  • schmerzhafte Arthrose kleiner Wirbelgelenke

  • Gelenkbeschwerden z.B. an Schulter, Hüfte oder Knie

  • Sehnen- und Schleimbeutelreizungen (z.B. im Bereich der Schulter)

  • anhaltende Schmerzen, bei denen vorangegangene konservative Maßnahmen nicht ausreichend geholfen haben

Ob eine Infiltration sinnvoll ist, wird immer im Einzelfall nach sorgfältiger Diagnostik entschieden.

 

Individuelle Entscheidung

Ob eine Infiltration an Wirbelsäule oder Gelenken für Sie in Frage kommt, lässt sich erst nach einer gründlichen orthopädischen Untersuchung und Beratung entscheiden. In vielen Fällen können konservative Maßnahmen ohne Injektion ausreichen. Wo sie nicht genügen, kann eine zielgerichtete Infiltration ein sinnvoller Baustein sein, um Schmerzen zu reduzieren und weitere Therapieansätze überhaupt erst möglich zu machen.

 

Ablauf einer Infiltration

Vor jeder Infiltration erfolgt zunächst:

  • ein ausführliches Gespräch über Beschwerden, Vorerkrankungen und Medikamente

  • eine körperliche Untersuchung

  • die Sichtung vorhandener Befunde (z.B. MRT-, CT- oder Röntgenaufnahmen)

Die eigentliche Infiltration findet in entspannter Position statt. Nach Desinfektion der Haut wird die Injektionsstelle exakt lokalisiert und das Medikament mit einer feinen Nadel eingebracht. Im Anschluss erfolgt eine kurze Beobachtungszeit.

Je nach Beschwerdebild kann eine Serie von mehreren Infiltrationen im Abstand von Tagen bis Wochen sinnvoll sein; dies wird im Rahmen der Behandlung individuell abgestimmt.